Zeit für freie Presse

Und zwar frei von Verlagen. Die vierte Macht greift nach der absoluten Meinungs-Verbreitungs-Macht. Wo man Meinung nicht verhindern kann, will man zumindest die Möglichkeiten des Mitverdienens oder aber die Ein(fluss)nahmequelle durch Lizenzgebühren erreichen.

So kämpft man vor Allem gegen Google. Die neue Waffe in diesem Kampf heisst Leistungsschutzrecht.

Warum Verlage von Google Geld wollen, verstehe ich immer noch nicht. Aber ich rechne bald ?mit hohen Kosten für Telefonauskünfte, da wahrscheinlich bald jeder, der in einem Telefon-Verzeichnis steht, Geld vom Werbe-Umsatz des Telefon-Verzeichnis-Betreibers bekommen wird. Das könnte aber durch die Einnahmen, die ich mit meinem Content verdienen würde (wenn er in Google gefunden wird), kompensiert werden. Somit könnten auch SEO und SEM als Einnahmequelle von Unternehmen genutzt werden… Aber ich schweife ab…

Leistungsschutzrecht! Man mag ja in solch einem Streit den Argumenten einer der Streitparteien nicht vertrauen wollen, intelligent sind sie doch: ?Gastbeitrag von Google-Chefjurist Arnd Haller auf CARTA. Dessen ungeachtet beugen sich aber Politiker und Vertreterverbände den Wünschen der Verleger Chronologie eines Ausverkaufes auf medial digital.

Ich bin für das Leistungsschutzrecht (ab jetzt nur noch LSR). Da ich davon ausgehe, dass jeder, der für ein Medium schreibt, dann bei Vertragsunterzeichnung seine Mitgliedschaft bei einem LSRV (LSR-Verband) bestätigen muss, unterliegt dieser auch dem LSR. Er bleibt Urheber, aber ob und wenn, wo und wie ein Beitrag veröffentlicht wird (und das betrifft jeglichen Beitrag, man vergleiche Musiker<>GEMMA) bestimmt der LSRV bzw. der Vertrags-Verlag. Somit könnten die Verlage den Qualitäts-Journalismus weiterbringen, indem sie dafür sorgen, dass so mancher gar nicht veröffentlicht wird.

Wichtigste Einnahmequelle wird aber die Exklusivstory. An der verdient der LSR-Inhaber dann durch die Vergabe von Lizenz-Veröffentlichungen. Das wird die Preise für Exklusiv-Stories in die Höhe treiben, was Opfern und Leaks hilft. Und dem Qualitäts-Journalismus, da man sich nur noch auf Geschichten mit potentiellem Mehrwert interessieren wird.

Die 80% Pressemeldung-Abschreibe-Journalismus würden sich auch bald erledigen, da man sich nicht darüber einigen können wird, ob der LSR-Inhaber die Lobby, die PR-Agentur, die Presse Agentur oder das veröffentlichende Medium ist (und bei diesem das Erst-Medium).

Und ich würde keine langweiligen Links mehr von Bekannten geschickt bekommen, da diese logischer Weise kostenpflichtig werden würden (sobald der verlinkte Inhalt von einem Mitglied eines LSRV ist). Das betrifft auch die unzähligen Links der Facebook-Freunde.

Ich werde aber keinem LSVR beitreten und hoffe mein Provider auch nicht (sonst muss ich vielleicht noch nachweisen, dass ich LSVR-Mitglied bin, bevor ich eine Website betreiben darf…). Also wird man weiter auf meine Beiträge gratis verlinken können, obwohl diese wahrscheinlich egozentrischer werden, da ich ja auch nicht bereit bin für Links auf andere Seiten Geld zu bezahlen (ausser vielleicht auf Seiten einer dann “Freien” Presse).

Vielleicht sollte ich mich aber lieber auf meine alte Leidenschaft Journalismus konzentrieren und Jura studieren…

Martin Diller [Strategie | Kreation] . Ich berate Unternehmen, entwickle Strategien und Konzepte im Bereich Online-, Dialog Marketing und Corporate Design und sorge für deren Umsetzung.
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