Der Usability “Paroli” geboten

Ich glaube, dass sich die Medienlandschaft durch neue Online Medien verändern wird. Ein Szenario ist, dass sich Kreative einfach daran machen, ein eigenes Online-”Magazin” zu machen, ein anderes, dass Kreative ihre Beiträge auf verschiedenen Plattformen oder “Magazinen” veröffentlichen und damit nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch ihr Einkommen beziehen können. Die Geschäftsmodelle (über Onlinewerbung hinaus) müssen sich erst entwickeln und werden stark von der Akzeptanz der User und ihrer Zahlungsbereitschaft abhängen…

Insofern finde ich die Idee junger Journalisten ein eigenes Onlinemagazin “paroli” zu starten via standard.at “Nicht einfach Text auf Bildschirm klatschen” toll (auch wenn ein Anlass die schlechten Bedingen sind, unter denen nicht nur junge Journalisten zu leiden haben “Offener Brief zum Paroli Magazin”).

Mit Spannung habe ich deshalb den Online-Gang von “paroli” erwartet (auch wegen der angekündigten “vermeiden, was Onlinemedien sonst machen, nämlich die Rezeption von oben nach unten zu strukturieren, je nach Priorität der Inhalte.” via Standard.at).

Es ist immer leicht, aus dem Off zu kritisieren und mir ist auch bewusst, dass sich die “Dinge” erst entwickeln müssen. Deshalb ein paar Anregungen:

  • Das Versprechen, “nicht von oben nach unten zu strukturieren”, wird durch eine “Mystery Meat Navigation” via webpagesthatsuck.com (> Rufzeichen > Dargestellt > Aus den Augen > Maeptekst) nicht wirklich eingehalten. Andererseits würde der Anspruch, dass der User sich seine Themenschwerpunkte selbst wählt, durch Einführung von Tags als Navigationsmöglichkeit wesentlich erleichtert werden…
  • Den Lesefluss durch Zwangs-Klicken zu unterbrechen, mag zwar als Idee “User können dann selbst entscheiden, welcher Strang von Interesse ist.” interessant sein. Für jene, die umfangreiche Texte querlesen wollen um sich zu orientieren, ist es User-unfreundlich. Um z.B. das Interview wirklich lesen zu können, habe ich Instapaper benutzt. Unabhängig mal der Frage ob die Auswahl der Stränge nicht dem Anspruch keine Struktur vorgeben zu wollen widerspricht ;-)
  • Als Vielleser versuche ich die Unmengen täglicher Informationen möglichst übersichtlich vorsortieren zu können. Dafür verwende ich Newsreader, die aber auch einen RSS-Feed brauchen (aber vielleicht ist das nur noch nicht freigeschalten…)
  • Toll wäre es wenn man bei der Infografik die sich unbedingt auf das Interview beziehen muss, nicht nur Links zu externen Quellen (was ich sehr schätze) hat, sondern auch einen internen Link auf das Interview …

Alles Stand 20120307 13:14

Die Seite mag zwar stylish sein, aber speziell bei Angeboten, die textlastig sind, bevorzuge ich “Design folgt Funktion” und nicht “User soll Design folgen”.

Aber genug des Monierens. Ich finde das Projekt spannend, hoffe auf Weiterentwicklung und dass es sich finanzieren kann…

Martin Diller [Strategie | Kreation] . Ich berate Unternehmen, entwickle Strategien und Konzepte im Bereich Online-, Dialog Marketing und Corporate Design und sorge für deren Umsetzung.
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