“Shitstorm” ING DiBa

Die Bank ING DiBa veröffentlicht einen neuen Werbespot mit ihrem Testimonial NBA Star Nowitzki und erntet einen – sagen wir mal – eigenartigen Shitstorm auf Facebook, der sich durch die mediale Berichterstattung sicher noch weiterverbreiten wird z.B. via focus “Facebook-Kommentarkrieg: Nowitzki-Werbung löst Vegetarier-Wutwelle aus”.

Im Spot betritt Nowitzki eine Fleischerei (scheinbar in seinem Heimatort und Familienbetrieb), wird dort nicht nur begrüsst, sondern erhält eine Scheibe Wurst (wie früher), damit er gross und stark wird. Das rief eine Reihe Vegetarier und Veganer auf den Plan, dieses “traditionelle Bild” des Fleischessens auf der Facebook Seite der Bank anzugreifen und einen Shitstorm zu entfachen.

Für den Umgang mit einem Shitstorm gibt es klare Strategien, die jeweils angepasst bzw. entwickelt werden sollten, da mehrere Faktoren wie Aktive Nutzer, Verbreitung und natürlich auch das Thema des Shitstorm berücksichtigt werden müssen.

Hier habe ich schon mal auf eine Shitstorm-Simulation hingewiesen, die die Möglichkeiten anhand eines konkreten Beispieles sehr gut beschreibt: via czyslansky.net “Ein Shitstorm, eine Troll-Frau und ein Jungunternehmer mit Reputationsnöten – Was dabei herauskommt, wenn man mit Würzburger Studenten im Internet spielt …”.

Manche Kommentatoren im Netz glauben, dass die Bank zu wenig mit diesem Shitstorm umgehen würde via wuv “Der Wurstkrieg auf Facebook: ING-Diba interagiert viel zu wenig”.

Meiner Meinung nach ist aber der Umgang mit den Kommentatoren der richtige. Dafür sprechen mehrere Faktoren:

  • Das Thema Vegetarier versus Fleischesser ist kein Kernthema einer Bank. Das Thema bzw. die Diskussion, die sich daraus entwickelte, wird in keiner Art und Weise in dem kritisierten Spot angesprochen oder provoziert. Somit würde auch jede inhaltliche Aussage der Bank eher polarisieren als den Sturm zu beruhigen.
  • Die Diskussion der beiden Lager findet im Großen und Ganzen zivilisiert statt. Es gibt genug Poster, die den Angriffen der Vegetarier eher amüsiert bis erstaunt gegenüberstehen und dies auch genügend kund tun.
  • Es wird nicht zensiert, was die Empörung beider Lager nur auf die Bank und ihren Umgang mit ihren Usern lenken würde.

In diesem Fall gilt: Weniger ist Mehr. Ich halte die Strategie von ING DiBa via wuv “ING-Diba und die Facebook-Veganer: “Wir wollen nichts zensieren.” für richtig. Der Shitstorm wird verebben.

Das Beispiel zeigt aber, dass Unternehmen sich darauf einstellen sollten auch von Seiten angegriffen zu werden, mit denen man nicht wirklich rechnet.

Martin Diller [Strategie | Kreation] . Ich berate Unternehmen, entwickle Strategien und Konzepte im Bereich Online-, Dialog Marketing und Corporate Design und sorge für deren Umsetzung.
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5 thoughts on ““Shitstorm” ING DiBa

    1. Martin Diller

      Nachdem die Diskussion die Pinwall eindeutig beherrschte, würde ich in jedem Fall von einem Shitstorm sprechen. Klar werden von den Medien manche Entrüstung gleich einmal zu einem Shitstorm hochgeschrieben siehe z.B. “Facebook-Aufstand gegen TV-Spots von Otriven”.
      ING DiBa hat es aus zwei Gründen genützt.
      1. wurde die Diskussion vorderhand zugelassen und nicht gleich zensiert
      2. es haben sich eine Menge User gegen diese Aktion gestellt bzw. sie in Frage gestellt
      Ob sich der daraus entstandene Zuwachs der Fans auch auf das Involvement auswirkt, wage ich dennoch zu bezweifeln ;-)

  1. Pingback: "Wenn Kunden hassen" - shitstorm beim Handelsblatt - crowdmedia

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